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Schweizer Säbel

So nun komme ich endlich dazu mein Schwert zu zeigen. Dieses Schwert habe ich vor ca. 4 Jahren angefangen und immer wieder mal zur Seite gelegt. Es war mein erstes richtiges Schwert, so das ich heute  einiges anders machen würde. Die Fotos sind eher schlecht da ich für mich einfach ein paar Schnappschüsse gemacht habe, wer hätte gedacht das ich mal einen Blog schreibe….trotzdem, zeige ich mal wie ich die Sache angegangen bin. Das Schwert ist noch nicht geschärft aber wäre theoretisch Kampftauglich, wie geeignet das Parierelement ist, weiss ich nicht aber der Stahl und die thermische Behandlung sind Ideal für ein Schwert.

Die Idee hatte ich, als ich in einer Ausstellung einen Schweizer Säbel habe hängen sehen, ich war vom Griff und der Form des Schwertes begeistert. Also habe ich mich an das Projekt gewagt. Es war von Anfang an klar das ich es nicht Schmieden kann, somit Stock removal verfahren. Ich habe mir bei Arno Eckhard Federstahl in 4mm Stärke besorgt und angefangen den Entwurf auf den Stahl zu übertragen

 

 

 

 

Mit der Flex wurden dann die gröbsten Ecken abgetrennt und mit dem Bandschleifer die Aussenkontur geschliffen

 

 

 

 
Anschliessend habe ich die Flanken am Bandschleifer geschliffen, ähnlich wie bei den Messer. Eine Nut um das Schwert leichter zu machen habe ich auf einer Fräse reingefräst.

 

 

 

 

Die Griffpartie habe ich ebenfalls mit dem Bandschleifer geschliffen. Diese habe ich abgestuft gemacht. Üblicherweise ist das konisch auslaufend. Da ich aber eine Zwischlage einbauen wollte, habe ich diese Stufe gemacht. Nun ist bereits der Zeitpunkt die Klinge sauber zu schleifen und Fehler zu korrigieren. So geht die Klinge zu Arno Eckhard nach Deutschland zum Härten. Er wird die Klinge in einem speziellen Salzbad härten. Die Klinge ist so ideal von der Härte und Elastizität.

 

 

 

 

In der Zwischenzeit habe ich das Parierelement angefangen. Dieses wird aus verschiedenen Einzelteilen die ich gebogen, verdreht und gefeillt habe, zusammen geschweisst. Dieses Verfahren hat sich aber nicht bewährt da es zu starken Einbrand gegeben hat. Ich musste zuviel Nacharbeiten.

 

 

 

 

Die Zwischenlage bekommt ebenfalls ein leicht verdrehtes Muster und soll den oberen Griffteil abgrenzen.

 

 

 

 

Die Griffe aus Holz habe ich aus Buche gemacht. Dabei habe ich je zwei Halbschalen gemacht und Bahnen gefräst und anschliessend verleimt.

 

 

 

 

Die ganze Klinge wurde nochmals komplett überschliffen und poliert. Die Klinge weisst ein Längschliff auf, der schön anzuschauen ist.

 

 

 

 

Denn Griffabschluss habe ich leider nicht dokumentiert, da die Kamera defekt war. Also kommen wir direkt zum Zusammenbau. Zuerst habe ich das Parierelement auf die Klinge montiert. Anschliessend alles Teile nacheinander aufgesteckt und verleimt. Am schluss mit einem Durchschlag das ganze Packet zusammengepresst.

 

 

 

 

Nach der vollständigen Ausshärtung des Leimes habe ich den überstehenden Erl abgetrennt, eine Abdeckbüchse aufgesteckt und das ganze mit dem Schweissbrenner erhitzt und vernietet.

 

 

 

 

Zu guter letzt denn Griff mit Leder umwickelt und mit Hilfe einer Schnurr profiliert.

Das Schwert ist ein sogenannter Schweizer Säbel um 1550 herum.  Die Länge des Schwertes entspricht einem Anderthalbhänder, Länge 116cm, Klingenlänge 90cm, Klingenbreite 32mm. Es handelt sich hier um eine freie Interpretation von mir. Originale gibt es viele, die meisten wurden im Süddeutschen raum hergestellt. Der Schweizer Säbel war das Schwert von Edelleuten die nicht im Militärischen Dienst waren, daher auch die verzierten Griffteile.

 

 

 

 

So ich hoffe das Schwert gefällt, für mich ist es noch nicht das perfekte Schwert aber es steckt sehr viel Arbeit drin und das Schwert hat durch die lange Zeit des Entstehens eine eigene Geschichte erhalten die tief mit mir verbunden ist. Ich würde dieses Schwert für kein Geld auf der Welt verkaufen.
René

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