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Zwei klassische Klappmesser

Nach langer Zeit ist wieder eines meiner grösseren Projekte fertig. Zugleich aber auch der Anfang meines Klappmessermodel „Zeno“. Ich habe diese beiden Messer vom alten schweizer Armeemesser abgeleitet und daraus ein etwas längeres Messer gemacht. Die beiden Prototypen sind nicht schlecht geworden, mechanisch gibt es noch einige Punkte die ich besser haben will, optisch jedoch bin mehr als zufrieden. Proportion, Grösse und Handgefühl sind ein Traum. Ich hoffe das es schon bald das technisch perfekte Modell gibt, danach folgt die Backlockvariante und noch eine Miniatur. Alle im selben Design. Der Name Zeno kommt von einem meiner Urgrossväter, ich finde das Messer passt in die Zeit als er gelebt hat. Also hier nun das Making of des Messers

Zuerst habe ich ein altes Armeemesser zerlegt und analysiert. Daraus ist der Entwurf entstanden. Das Rohmaterial wurde auch gleich bestimmt, Stahl 1.4110 noch etwas bescheidenes, Platinen Messing, Backen Neusilber, Griff einmal Büffelhorn und Hirschhorn.

 

 

 

 

Nach dem alles aufgeklebt ist Bohre ich die Klinge und die Rückenfeder aus. Die Bohrungen für die Stiften werden auch schon gemacht. Danach wird die Aussenkontur geschliffen.

 

 

 

 

Die Griffplatinen werden auch grob ausgeschliffen und gebohrt. Für die Backen habe ich Platten aus Neusilber zugesägt. Die Klingenflanken sind auch schon geschliffen. Damit ich beim Nieten es etwas einfacher habe, mache ich mir spezielle Nieten  die auf einer Seite einen Bund haben. Dadurch muss ich eine Seite praktisch nicht vernieten.

 

 

 

 

Die mechanik des Messer wird bereits eingestellt, das Federverhalten kann ich aber erst nach dem Härten beurteilen, weil mir die Erfahrungswerte fehlen. Alle Teile sind bereit für das Härten.

 

 

 

 

Nun kann ich die Backen auf die Platinen löten und die Aussenkontur auf die gehärteten Teile anpassen. Die Löcher  für den vorderesten Stift der Griffschalen kann nun auch gebohrt werden. Eine erste Montage zeigt auch ob alles richtig gemacht wurde und was für das nächste Messer besser gemacht werden muss.

 

 

 

 

Nebenbei sind noch sämtliche gehärteten Teile gefinischt worden, sowie die Griffschalen auf das Grobe Mass zugesägt und geschliffen.

 

 

 

 

Die Griffschalen werden abgebohrt und der vorderste Niet kann gesetzt und vernietet werden. Danach muss der Übergang zu den Backen bündig gemacht werden. Die Aussenkontur wird auch geschliffen. Dazu werden beide Griffteile zueinander fixiert und im Schraubstock geschliffen.

 

 

 

 

Alle Teile werden sauber geschliffen und aufeinander abgestimmt und eingepasst. Danach wird alles nochmals gereinigt und wo nötig nachgefinisht. Wenn alles passt kann man die Stifte setzen, ablängen und vernieten. Ich habe für das vernieten der drei Stifte pro Messer ziemlich lange gebraucht, da hier  das Spiel eingestellt wird. Nichts darf klemmen aber auch nicht wackeln. Die Stifte werden mit vielen schwachen schlägen getrieben. Noch ein Tropfen Öl und das erste mal auf und zu klappen. Ganz am Schluss folgt noch das schärfen der Klinge.

 

 

 

 

Und so sehen die beiden „Zeno“ aus, Gesamtlänge 190mm, Klingenlänge 85mm, Klingenstärke 3mm. Klinge und Feder aus 1.4110; Platinen Messing, Backen und Stiften aus Neusilber. Das Hirschhorn schliesst etwas härter als das Büffelhorn. Grundsätzlich ist die Feder für mich noch zu schwach, das wird bei den nächsten besser.               

Danke für’s schauen

6 Gedanken zu „Zwei klassische Klappmesser“

  1. Ciao René

    Sehr sehr interessante Arbeit und Bericht über die beiden Taschenmesser.

    Aber eine Frage stellt sich mir, wo ist die Kerbe um das Messer einfach zu öffnen? Die fehlt ja! 😉

    Grüessli
    Dani

    1. Hoi Dani
      Ja richtig erkannt, die habe ich weggelassen. Der sogenannte Nagelhau, ist bei diesen Klingen nicht drin. Einerseits wollte ich schauen wie die Klinge so wirken andererseits braucht es keinen Nagelhau wenn die Klinge soweit aus dem Heft schaut. Man kann die Klinge sehr gut greifen zum öffnen. Optisch muss ich sagen fehlt mir das auch und ich werde das nächstes mal sicher reinmachen. Gruess René

  2. Hallo René
    mir gefällt das Messer ohne Nadelhau. Die eleganze Form kommt meines Erachtens so besser zur Geltung. Die Kerbe würde mich stören.
    Gruss
    Roli

    1. Hoi Roli
      Ja der Nagelhau ist nicht nur funktionell sondern auch ein Designelement. Wenn die Feder nicht so stark ist geht das gut ohne, aber bei einem Messer mit ner richtig starken Feder ist man froh wenn man sich am Nagelhau krallen kann. Zwingend ist der Nagelhau definitiv nicht.
      Gruess René

  3. N’abend Renè,

    das sind wieder 2 Schönheiten, die ihren besonderen Reiz haben. Erinnern so etwas an die Bauermesser vom Rüthlisberger bzw. die alten Schweizer Soldatenmesser… was ja auch kein Wunder ist, da du die Form ja „abgegriffen“ hast.
    Die schlanke Bauweise durch lediglich eine Klinge macht es für die Hosentasche geeignet und die Naturmaterialien machen die Beiden vollends sympathisch.

    Kurz und gut:
    Prima Job… Meine Änderungswünsche wären jedenfalls nur marginal.
    Die würd‘ ich liebend gerne mal ein paar Wochen spazieren tragen… 😉

    PS
    Was die Vernietung angeht… unsere Solinger Messerbetriebe – gleich „bei mir um die Ecke“ – würden bei dem Schalenmaterial keine „versenkte“ Machart durchführen, da durch das Arbeiten des Materials im täglichen Einsatz schnell eine ungewollte Rissbildung entstehen kann.
    Versenkt gefallen mir die Niete zwar auch besser, aber die Erfahrung von 150 Jahren Messerbau ist nicht zu verachten.
    Wie ich sehe hast du Dein 3. Modell ja auch dementsprechend modifiziert… was war Dein Grund dafür?

    1. Hallo Pepe
      Ich habe die Nieten vorstehend gemacht, weil ich es sehr schön finde und im Mokume einfach ein gelber Punkt nicht so passend ausgesehen hätte.
      Schöne runde Nietköpfe sind nicht einfach zu machen und sehen wirklich sehr schön und edel aus. Ich arbeite drann 😉

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