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Kleiner Messerbausatz von Wolf Borger

Hier mal ein etwas anderes Projekt. Wolf Borger hat in seinem Angebot immer wieder neue Messerbausätze, solch einen habe ich mir gekauft und  zusammengebaut. Ein Bausatz ist vorallem für die Leute interessant die fehlendes Know how oder keinen Maschinenpark zur verfügung haben. Ich bin deshalb in dieser Art vorgegangen, also habe ohne Maschinen und ohne Spezialwerkzeuge das Messer hergestellt.

Zuerst der Bausatz bestehend aus Klinge und Griffmaterial, die Nieten sind nicht dabei also habe ich einfach was aus meinem Fundus genommen. Die Teile für eine einfache Lederscheide sind auch dabei. Beim Messer handelst es sich um eine Miniversion des Beaver, ein Borger Outdoormesser.


 
 
 

Als erstes werden die Griffschalen aufgesteckt und mit einem spitzen Bleistift der Griffkontur am Messer nachgefahren, denn die  Griffschalen haben noch ca. 1mm übermass. Danach nehme ich die Schalen ab, feile so nah wie möglich an die Klinge wie es geht.

Nun schleife ich den Griffbereich der Klingen mit einem Schleifpapier noch ein wenig an und reinige diesen und die Stifte. Das ganze verklebe ich mit einem Zweikomponenten Kleber. Es ist unbedingt darauf zu achten das man den Leim auf der Klinge säuberlich weg macht. Auch am Griff entferne ich den heraus laufenden Leim. So erspare ich mir eine Menge Schleifarbeit.

Nach dem der Leim ausgehärtet ist, kann man die Bearbeitung des Griffes vornehmen. Zuerste mache ich die umlaufende Kontur mit einem 400 Schleifpapier sauber bis ich auf dem Klingenstahl bin. Dann kürze ich die Stifte und feile die Griffschalen in die gewünschte Kontur. Hier habe ich die Schalen einfach flach und die Kanten abgerundet gemacht.

Nach dem nun alles sauber geschliffen und poliert ist, wird der Griff noch mit einem spezial Öl behandelt, das dem Holz mehr tiefe und einen seidenen Glanz verleid. Das schärfen kann nun auch gemacht werden.

So das war der erste Teil, das Messer als solches ist fertig, ach so Masse, das Messer ist  ca.135mm lang Klingenlänge 75mm, Klingenstärke 2.5mm, Klingenstahl 1.4034, Griffmaterial Cocobollo.

Und nun die Lederscheide. Der Bausatz besteht aus der Scheide selber, einer Zwischenlage und einer Lederschnur. Zuerst falte ich die Lederscheide und passe das ganze  zusammen. Dabei mache ich den Rücken der Scheide nass damit sie sich besser biegen lässt. Dann wird das Zwischenstück auf einer Seite eingeklebt und anschliessend die Lederscheide zusammen geklebt.

Die ganze Lederscheide ist nun fixiert und ich kann mit dem vernähen beginnen. Ich mache dazu auf der Vorderseite mit dem Falzbein und etwas Druck eine Nute ins Leder. Mit Wasser geht das ganze einfacher. Man kann auch mit einem Spezialwerkzeug eine Nut herausschneiden, das habe ich aber aufgrund des dünnen Leders nicht gemacht. In diese gedrückte Nut mache ich mit einem Rädchen, das Zacken hat, kleine Dellen. Dort steche mit mit einer Schwertahle Löcher.

Als Faden verwende ich einen speziellen Sattlerfaden, dieser ist gewachst. Der Faden bekommt auf beiden Seiten eine grosse Sattlernadel. Ich klemme die Lederscheide zwischen meine Kniegelenke und weite mit einer Rundahle das Loch auf, so das ich die Sattlernadel durchbringe. Das mache ich bei jedem Loch und fahre beide Nadeln durch das Loch. So habe ich quasi zwei Nähte, eine hinten und eine vorne. Die Kunst ist es die hintere gleich schön wie die vordere zu machen, denn wenn das Loch schräge gestochen wurde stimmen hinten die Abstände nicht. Wieder mal eine Frage der Übung…

Nach dem die Scheide vernäht ist, mache ich noch zwei Löcher für die Lederschnur. Ich habe mich entschieden das Leder schwarz zu färben, also wird die ganze Scheide mit einer speziellen Lederfarbe eingestrichen.  Die Farbe ist richtig stark also unbedingt Handschuhe tragen. Die Farbe geht auch zum Knochen oder Holz färben. Wenn die Farbe gut trocken ist, glätte ich alle Kanten, das kann ich mit dem Falzbein machen oder mit etwas Zeitung. Ich habe vor dem Färben noch die Kanten gebrochen in dem ich mit einem Kantenscheinder einen feinen Lederspan abgehoben habe.

Am Schluss wird das Messer noch in die Lederscheide eingepasst, dazu stecke ich das Messer rein und mache das Leder etwas nass und drücke der Griffkontur entlang das Leder. Es versteht  sich von selbst das dies mit Gefühl gemacht werden muss. Noch ein Tip, Fingernägel hinterlassen Abdrücke im Leder die man dann sieht, also aufgepasst wie man drückt. Die Lederarbeiten mache ich an einem anderen Ort als die Bearbeitungen des Messers, da Flecken auf dem Leder nicht mehr weg gehen. Lederarbeiten sind eine wunderbare Sache und eine super Abwechslung zum Messermachen, verlangen aber auch viel Geschick und Übung. Diese Lederscheide hier ist relativ einfach zu machen und wenn sie auch optisch nicht so schön wird, Festigkeitsmässig ist diese besser als jede Lederscheide eines Serienmesser.

Hier das ganze Packet fertig und mit Lederschnur, zum Umhängen oder an den Rucksack hängen oder oder….

Ein Gedanke zu „Kleiner Messerbausatz von Wolf Borger“

  1. Ein richtig kleines Schnuckelchen ist es geworden…
    und ehrlich gesagt, mehr braucht kein Mensch, denn wer von uns muss schon einen Einmann-Krieg gewinnen?
    Da ist so ein Neckknife doch viel praktische, denn man sticht sich beim Äpfel Schälen nicht die Augen aus 😉

    Wer mir mal die Seite von „grossen Wolf Borger“ ansehen und mir ggf. auch so einen Bausatz bestellen, ob ich allerdings soviel handwerkliches Geschick habe, sei dahingestellt… Dazu fehlt mir momentan noch das eine oder andere Werkzeug.
    Mal sehen, jeder hat ja mal klein angefangen.

    mfG
    pepe

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