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Testbericht Druckschnitt

Ich habe vor einiger Zeit eine kleine Vorrichtung gebaut womit ich die Druckkraft  beim Druckschnitt messen kann. Druckschnitt ist wenn man nur auf die Klinge drückt und versucht diese durch etwas zu treiben. Kein ziehen oder wiegeln. Dabei wird der vorderste Teil der Schneide, durch ein Stapel Papier gedrückt. Da das Papier weichen kann, entsteht an den Flanken der Klinge kein Druck. Theoretisch spielt hier der Schneidewinkel keine Rolle. In Tat und Wahrheit, entsteht dennoch eine kleine seitliche Kraft, da auch das Papier weggeschoben werden muss. Ist aber in sehr kleinem Bereich. Ich habe einfach ein paar Messer getestet, es ging mir nur darum zu schauen wie die Messer sich anfüllen und wie scharf sie wirklich sind. Jede Messung ist der Durchschnitt aus 12 Messungen, von denen je die minimale und maximale Abweichung nicht berücksichtig  wurde. So habe ich eine relative genaue Messung. Die Angabe ist in Kilogramm Zugkraft die aber über einen Hebelarm erzeugt wurde. Die effektive Kraft ist wesentlich höher, ich lasse deshalb die Kg weg und rede nur vom Wert. Bei den Messern handelt es sich um das was ich gerade so zu Hand hatte.

  1. Pioneer  Wert 6.2

Das Messer ist neu und hat eine feine Schneide, ich denke die meisten haben schon mal mit einen Victorinox Taschenmesser geschnitten, also es ist scharf.Victorinox

 

 

2. Kleines Jagdmesser Horat-arts Wert 3.1

Ein kleines Messer mit einer sehr feinen Schneide wo ich am Stein ganz fein abgezogen habe, Schnittwinkel um die 20°. Also dieses Messer fühlt sich sehr scharf an

Jagdmesser horatarts

 

 

3. kleines Schanzmesser Wert 6.2

Etwa gleich Scharf wie das Victorinox, obwohl die schneide einen wesentlich grösseren Winkel hat. Dieses Messer ist auch wesentlich härter als das Victorinox und würde länger scharf bleiben.

schanz

 

 

4. Altes Victorinox Küchenmesser, nicht geschärft Wert 13.3

Dieses Messer kennen die meisten von uns, ein einfaches Messer aus Rostfreiem Stahl mit relativ viel Chrom und relativ wenig Kohlenstoff. Leicht zu schärfen, aber nicht lange scharf. Dieses Messer wird auch über den Abziehstahl gezogen und hat nur eine sehr dünne Schneidkante. Aber auch da, ohne schärfen ist das Ding einfach stumpf.

victorinoxküche

 

 

5. Outdoormesser Horat-arts Wert 4.9

Das ist so mein Testmesser, nicht mehr Topscharf aber immer noch ziemlich scharf. Schneidfasenwinkel dürfte auch um die 20° liegen. Mit diesem Messer werde ich noch einige folgende Tests machen.

Jagdmesser gr horatarts

 

 

6. Kleines Jagdmesser Uli Hennike Wert 7

Kleines Jagdmesser aus Karbonstahl, schön ausgeschliffen und sauber abgezogen. Habe ich schon einige male benutzt und noch nie nachgeschärft. Erstaunlich das es nicht schärfer ist. Dieses Messer kann noch viel viel schärfer sein.

Uli Hennike

 

 

7. Mark Hazen Fighter Wert 25.7

Dieses Messer hat eine breite Klinge mit Hohlschliff und einer sehr schönen polierten Schneide. Trotzdem wollte dieses Messer einfach nicht wirklich schneiden. Die Schneide fühlt sich scharf an und die restliche Geometrie spielt keine Rolle da kein seitlicher Druck vorhanden ist. Speziell

mark hazen

 

 

8. Camillus Cuda Wert 3.8

Messer mit Flachschliff und industriel grob geschliffener Schneide, geht wie Butter durch Papier. Ich würde aber sagen viel schärfer geht vermutlich bei diesem Messer nicht mehr.

camiluscuda

 

 

Als Krönung habe ich noch eine Messung mit einem Küchenmesser von Marco Guldimann gemacht. Ganz dünn ausgeschliffene edelste Küchenmesser, in Perfektion hergestellt. Hier habe ich aber nur eine Messung gemacht und der Wert war bei ca. 1Kg, d.h. eigentlich zu wenig für meine Vorrichtung. Ich müsste da mit Gegengewichten arbeiten.

ttest

 

 

Auch das schärfste habe ich getestet, nämlich ein Rasiermesser. Hier sieht man das die sehr dünne Klinge an ihre Grenzen kommt. Die Klinge wird vom Schneidedruck instabil und läuft davon. Ergebnis, kompletter Ausbruch der Klinge und das bei einem sehr geringen Schneidedruck…sehr schade aber solche Erfahren gehören dazu.

Rasierklinge

Fazit:

Wert 1-3 wirklich scharfe Messer, für die Küche ideal.

Wert 4-6 gute Schärfe für Outdoormesser, hier liegt der Bereich von „rasiert noch“ und „rasiert knapp nicht mehr“

Wert 6-9 würde ich nachschärfen mit Abziehstein, dann kommt das wieder gut.

Wert 9 und mehr, vermutlich kommt man hier nicht mehr darum herum die Schneide wieder komplett aufzubauen.

Aber alle hier getesten Messer können sicher unter den Wert von 3 geschliffen werden. Wie lange sie diese Schärfe halten können hängt  dann von Stahl, Wärmebehandlung und Geomtrie ab. Aber das teste ich auch noch.

 

2 Gedanken zu „Testbericht Druckschnitt“

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